Nein, der Techniker hat nicht vergessen, den Ton anzuschalten. Der mit drei Golden Globes ausgezeichnete "The Artist" ist ein Schwarz-Weiß-Stummfilm, der Zuschauer, die sich darauf einlassen, begeistern wird. Die Hommage an das alte Hollywoodkino rund um den fiktiven Stummfilmstar George Valentin, gespielt von dem mehrfach ausgezeichneten, großartigen Jean Dujardin, hat im Ausland schon das Doppelte seiner Produktionskosten eingespielt. Jetzt bekommen auch die deutschen Zuschauer die Gelegenheit, in Kino-Nostalgie zu schwelgen und eine 3D-Brillen-Pause einlegen.
"Das Paradies kann mich mal", erklärt Matt King mit Nachdruck. Das ist nachvollziehbar, denn auch auf Hawaii ist der Krebs tödlich, auch dort gibt es Liebeskummer und kaputte Familien. Außerdem regnet es in Alexander Paynes ("About Schmidt", "Sideways") neuem Film ständig. Nein, ein Paradies ist das Pazifik-Archipel nicht. Aber Matt und seine beiden Töchter arbeiten in "The Descendants - Familie und andere Angelegenheiten", einer zutiefst menschlichen Dramödie über den Tod, die Liebe und einen Neuanfang, hart daran, das sich das ändert.
Die Coolness besitzt ein neues Gesicht: Das von Ryan Gosling. Zwei Golden-Globe-Nominierungen ("The Ides of March - Tage des Verrats", "Crazy, Stupid, Love") heimste der Kanadier ein. Was Gosling auszeichnet? Er zeigt, wie man mit minimaler Mimik Bände spricht und inspiriert mit seiner Unberührbarkeit die Regisseure. Wie auch den Dänen Nicolas Winding Refn, der sich seinen Film "Drive" nicht ohne Hollywoods aufsteigenden Stern als namenlosen Fluchtwagenfahrer hätte vorstellen können.
Kermit der Frosch - ein Kommunist? Zwar wagte es Eric Bolling in seiner Sendung "Follow The Money" nicht, ausdrücklich das K-Wort in den Mund zu nehmen. Dennoch warf der Moderator des erzkonservativen TV-Senders Fox den Muppets vor, in ihrem siebten Kinofilm wehrlosen Kindern antikapitalistische Botschaften einzutrichtern. Wie das? Indem "das liberale Hollywood" in "Die Muppets" einmal mehr "einen erfolgreichen Geschäftsmann zum Bösewicht abstempelt". Ein Vorwurf, der über die Denkweise der amerikanischen Rechten deutlich mehr aussagt als über den eigentlichen Film. Aber wer hätte auch etwas anderes erwartet?
Wenn die "Suits", die "Anzüge", heutzutage an Tatorten in den USA auftauchen, dann sind die lokalen Sheriffs abgemeldet. Es wird ungemütlich, wenn das FBI übernimmt. Sowohl für die örtlichen Gesetzeshüter als auch für die Verbrecher. Das war nicht immer so. In den 20er-Jahren des vergangenen Jahrhunderts war die Bundespolizei eine Lachnummer. Die Agenten hatten keine Befugnisse, keine Waffen, um sich zu verteidigen, kein Budget. Doch dann übernahm John Edgar Hoover das Kommando: Regisseur Clint Eastwood versucht in "J. Edgar" die Geheimnisse eines Mannes zu ergründen, der aus einer prinzipiell hilflosen Organisation eine schlagkräftige Polizeitruppe formte.